14 Kommunen entwickelten eine gemeinsame Strategie

Die ILE Bina-Vils hat ein Konzept

„Gemeinsam sind wir stärker!“ In drei Strategieworkshops erarbeiteten die Bürgermeister*innen und Geschäftsleiter*innen der südlichen Hälfte des Landkreises ein Konzept zur „Integrierten Ländlichen Entwicklung“ – der „ILE Bina-Vils“. Klima- und Ressourcenschutz, Naherholung und soziale Infrastruktur sowie Einsparungseffekte über gemeinsame Beschaffung sind Aufgaben, die zügig umgesetzt werden sollen.

Ganz oben auf der Liste wichtiger Ziele stehen der Klima- und Ressourcenschutz. Zum einen ist es die Biodiversität, die über ökologisch wertvolle Landschaftsstrukturen, wie beispielsweise Blühwiesen, Streuobstkulturen oder natürlich mäandrierende Fließgewässer, verbessert werden soll, flankiert von Bildungsmaßnahmen zur Sensibilisierung für diese Thematik. Ein gemeinsames Management zum Erosions- und Hochwasserschutz sowie zu Kompensationsmaßnahmen für ökologische Ausgleichsflächen schließen sich an. Zum anderen hat sich die ILE-Gemeinschaft dem Klimaschutz verschrieben und sieht die Basis dafür in einem gemeinsamen Klimaschutzkonzept, das von zwei anzustellenden Klimaschutzmanager*innen für das ILE-Gebiet - neben dem von Seiten des Landkreises geplanten - parallel erstellt werden soll. Dazu gehören die Themenfelder der klimafreundlichen Mobilität und wärmesparenden Maßnahmen in Sachen Bauen, Sanieren und Heizen.

Ergänzend zu Energieeinspar- und Effizienzmaßnahmen möchte man langfristig energieautark werden, durch den Ausbau von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien, wie einem gemeinsamen, sich über das ILE-Gebiet erstreckenden Wind- und Solarpark, samt dem gemeinsamen Bezug und der Vermarktung regionaler Energie, was letztlich neben heimischer Wertschöpfung und Unabhängigkeit auch der Friedenssicherung dienlich ist.

 

Im Themenfeld „Soziale Infrastruktur“ möchte man alle Bevölkerungsgruppen integrieren. Dazu soll das Ehrenamt unterstützt werden und durch Corona beruhigte Aktivitäten wieder lebendiger werden, finanziell und durch Fortbildungen. Sowohl junge und ältere Mitbürger als auch gesellschaftliche Randgruppierungen sollen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, mit Hilfe von Fachpersonal, geeigneten Räumen und vielfältigen Angeboten. Alle Generationen und Gruppierungen gilt es mehr zu vernetzen, um die Lebensqualität zu erhöhen, hierzu gehört auch die Unterbringung und Integration Obdachloser.

Die medizinische Versorgung muss gesichert und optimiert werden, über ein flächendeckendes Netz von Ärzten, für die attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen. Dazu zählen neue Formen, wie „Satelliten“, also externe Praxisräume für Fachärzte oder günstige Mietkonditionen für Ärzte in Gemeinschaftspraxen, die von den Kommunen im Verbund initiiert werden. Und schließlich geht es auch um definierte Synergie- und Einspareffekte in der Zusammenarbeit, wie überregional tätiges Fachpersonal sowie Erfahrungsaustausch und Vertretungsregelungen über Gemeindegrenzen hinweg. Auch die gemeinsame Beschaffung von Betriebsstoffen oder Spezialmaschinen, die für eine Kommune nicht rentabel einsetzbar wären, dienen der wirtschaftlichen Optimierung aller.

 

Eines der ersten Projekte ist der Ausbau der regionalen Infrastruktur zur Förderung der Naherholung. Die ILE Bina-Vils „erfahrbar und erlebbar machen“ wollen die Rathauschefs mit einem neu auszuschildernden Radweg, der die 14 Mitgliedskommunen verbindet. Dazu gehören auch weitere interkommunale Radwege, samt Raststationen und Sehenswürdigkeiten auf dem Weg. Ergänzend dazu soll die Direktvermarktung heimischer Erzeugnisse ausgebaut werden, auch um die regionale Wertschöpfung zu erhöhen. Ziel dieser beiden Projekte ist, eine „Genussregion Bina-Vils“ zu etablieren, die den Aufenthalts- und Erlebniswert unserer Heimat steigert, für unsere Bürger und auch den regionalen Tourismus.

 

Warum schneiden sich 14 Bürgermeister*innen die Zeit für drei Klausuren aus ihrem vollen Terminkalender?

Sie sind von der gemeinsamen Sache überzeugt! „Dank der Motivation des nun schon eingespielten ILE-Teams haben sich in kurzer Zeit ganz konkrete Ziele und Projekte herauskristallisiert, die wir zügig angehen und umsetzen wollen“ freuten sich die 14 Bürgermeister*innen und Geschäftsleiter*innen über das Ergebnis der konzentrierten Arbeit, das nun in einem Konzept, dem „ILEK“, niedergeschrieben wird. Erarbeitet wurde das Konzept der ILE Bina-Vils von den ersten Bürgermeister*innen und ihren Geschäftsleiter*innen, fachlich begleitet von ILE-Betreuer Franz Fraitzl vom Amt für Ländliche Entwicklung in Landau und Regionalmanager Georg Straßer. Der nächste gemeinsame Termin wird eine Infoversammlung Mitte Mai sein, wo das Konzept allen „ILE-Bina-Vils-Räten“ – also allen Stadt-, Marktgemeinde- und Gemeinderäten – vorgestellt wird.

 

Die Bürgermeister*innen und Geschäftsleiter*innen mit Regionalmanager Georg Straßer beim ILE-Workshop.

Die Bürgermeister*innen und Geschäftsleiter*innen mit Regionalmanager Georg Straßer beim ILE-Workshop.

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