Die Jugend bekommt eine Stimme - Stadtentwicklungsausschuss votiert einhellig für die Einrichtung eines Jugendgremiums

Text: Vilsbiburger Zeitung, Siegfried Rüdenauer

 

Geht es nach den Mitgliedern des Stadtdentwicklungsausschusses, richtet die Stadt ein Jugendgremium ein. Das Gremium soll unter anderem zur politischen Aufklärung beitragen, die Jugendarbeit in der Stadt fördern und Ansprechpartner für Jugendliche in der Region Vilsbiburg sein. Nun ist es am Stadtrat, die entsprechenden Regelungen für ein solches Gremium zu verabschieden. Es wäre das erste seiner Art in Niederbayern, wie Jugendbeauftragter Pascal Padua am Montag sagte. Die Ausschussmitglieder machten sich das Vorhaben in ihrer Sitzung einstimmig zu eigen.

 

Padua, Anna Schreff und FWStadträtin Doris Pollner sind die Jugendbeauftragten der Stadt. Sie haben die Regelungen gemeinsam mit Stadtjugendpfleger Herbert Dressler erarbeitet. Pascal Padua stellte das aus acht Paragraphen bestehende Regelwerk vor. Sein Auftritt vor den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses und Besuchern war souverän. Von Lampenfieber war nichts zu spüren. Die Regelungen sind innerhalb weniger Monate ausgearbeitet und zu Papier gebracht worden. Ausgangspunkt war der Jugendhilfeplan, wie Padua sagte. Am Ende soll der Stadtrat etwas beschließen, das die institutionelle Basis liefert für ein Miteinander auf Augenhöhe. Denn, so Pascal Padua: „Wir wollen keinen zahnlosen Tiger schaffen.“ Aus diesem Grund ist ihm und seinen Mitstreitern besonders der Paragraph „Aufgaben und Rechte des Jugendgremiums“ wichtig. Dort ist beispielsweise ein Antragsrecht festgeschrieben zu Themen, die für Jugendliche in Vilsbiburg relevant sind. Verbunden werden soll dies gemäß den Regelungen mit einer Beratung über Anträge und Empfehlungen an die Stadt Vilsbiburg. Pascal Padua betonte ebenso, wie wichtig es sei, dass Gespräche zwischen Gremium und Bürgermeisterin verankert werden.

 

Antragsrecht wird festgeschrieben

Das Tagesgeschäft des Jugendgremiums besteht unter anderem darin, die städtischen Gremien über Themen zu informieren, die die Jugendlichen in Vilsbiburg betreffen. Im Gremium soll außerdem über grundsätzliche Fragen der Jugendarbeit und der Jugendpolitik in Vilsbiburg beraten werden. All dies soll schließlich gebündelt und als Anträge und Empfehlungen an die Stadt herangetragen werden. Ein Vorsitzender des Jugendgremiums soll ebenfalls gewählt werden, der die Belange junger Menschen vertreten könne. Und, so ungewöhnlich es klingt: Die Macher des Regelwerks legen großen Wert darauf, dass die Stadt für Sitzungen einen Schriftführer zur Verfügung stellt. „Das würde die Wichtigkeit des Gremiums unterstreichen“, sagte Jugendbeauftragter Padua.

 

Das Jugendgremium soll sich aus Mitgliedern von Vereinen und Schülern zusammensetzen. Vereinsmitglieder uns Schüler stehen exemplarisch für das, was auch in der Zielsetzung formuliert ist. Dort heißt es, dass das Gremium für ein besseres Miteinander zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen, Nationalitäten, ethnischer Herkunft und Religionen sorgen soll. Bei den Mitgliedern handelt es sich um Delegierte. Es gibt auch sogenannte ständige Mitglieder: der Fraktionschef oder Stellvertreter jeder Stadtratsfraktion, der Jugendbeauftragte beziehungsweise die Jugendbeauftragten und der Stadtjugendpfleger. Vorgesehen sind außerdem gewählte Mitglieder: Der Vorsitzende hat das Vorschlagsrecht für ein Neumitglied, die Entscheidung fällt das Gremium. Dem Stimmrecht ist ein eigener Paragraph gewidmet. Vorgesehen ist, dass die Fraktionsvorsitzenden, der Stadtjugendpfleger und die Delegierten jeweils eine Stimme haben. Die Jugendbeauftragten haben zusammen eine Stimme. Jugendbeauftragter Pascal Padua begeisterte mit seinem Vortrag und dem Gremiums-Konzept die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses. Bürgermeisterin Sibylle Entwistle (SPD) formulierte es so: „Die Förderung der Jugend in Zusammenarbeit mit der Stadt nimmt Gestalt an.“ Und sie erinnerte daran, dass sich der Stadtrat das Ganze schon Anfang der Wahlperiode auf die Fahnen geschrieben habe.

 

Ein Miteinander auf Augenhöhe

CSU-Stadtrat Stephan Steigenberger bezeichnete die Einrichtung eines Jugendgremiums als „ganz wichtige Sache“. Er befürworte das Vorhaben nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie: „Die Jugend leidet sehr.“ Es sei sehr wichtig, den Jugendlichen eine Stimme zu geben. SPD-Fraktionschef Johann Sarcher betonte, wie wichtig Jugendarbeit sei. Und er erinnerte daran, dass es lang gedauert habe, ein Jugendzentrum zu bekommen. Die Jugendbeauftragten Pascal Padua, Doris Pollner und Anna Schreff lobte er mit diesen Worten: „Kompliment an euch drei!“

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