Stadtladen als Zentrale für regionale Direktvermarkter

Unverpackt: hygienisch geht auch ohne Plastik

Bei ihrem Besuch des hier bislang in der Region einzigartigen Ladens „Walnuss“ in der Unteren Stadt lobte Erste Bürgermeisterin Sibylle Entwistle den Mut von Hellen Hable, dass sie ihre Geschäftsidee vom Unverpacktladen vor einem Jahr umgesetzt hat.

Besuch Walnuss

Andrea Neudecker (links) und Hellen Hable (rechts) im Gespräch mit Bürgermeisterin Sibylle Entwistle und Regionalmanager Georg Straßer

„Solche umweltfreundlichen und gemütlichen Einkaufs - und Gesprächsplätze sind genau das richtige für unser Zentrum“, so die Bürgermeisterin. Die Region stärken und bewusst essen und genießen sind auch die Motivation der Kunden, die bei Bedarf auch beliefert werden. Sibylle Entwistle und Regionalmanager Georg Straßer setzen sich für die Belegung leer stehender Läden in der Stadtmitte ein und vermitteln auch gerne Angebot und Nachfrage: „Wir wollen unsere Attraktivität durch Angebotsvielfalt steigern und somit Anziehungspunkt für Menschen aus nah und fern werden“, sagte Entwistle und überzeugte sich auch vom Hygiene-konzept des Ladens, um die Sicherheit der Kunden zu gewährleisten. Dazu erklärte Hellen Hable, dass nur das Ladenpersonal die unverpackten Waren abfüllen dürfe, nicht die Kunden selber, was übrigens auch schon vor Corona-Zeiten üblich gewesen sei. Neben der Schutzmasken würden nach jedem Kundenbesuch die Hände und auch die Flächen desinfiziert, mit denen die Behälter der Kunden in Kontakt gekommen waren, und es dürfen zeitgleich Angehörige von maximal zwei Familien im Laden sein. Hellen Hable ist Mutter von fünf Kindern, zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen gestaltet sie die Arbeitszeit familienfreundlich, so wie es moderne Firmen anstreben. Auch beim Aufenthalt während des Einkaufs steht die entschleunigte und informative Beratung ganz oben auf dem Konzept des freundlichen Ladens. Am liebsten arbeitet Hable mit lokalen Produzenten zusammen, um die Transportwege kurz, die Verpackung gering und die Qualität hoch zu halten. „Es ist wirklich erstaunlich, wie viel direkt in unserer Region hergestellt wird und wie gut die Produkte sind“, sagt Regionalmanager Georg Straßer begeistert und Hellen Hable wird konkret: „Reis, der mindestens aus Italien, oft aber aus Pakistan kommt, lässt sich einfach ersetzen durch Koch-Dinkel, der vor Ort gewachsen ist oder Tofu kann selber aus heimischen Sojabohnen gemacht werden – wir beraten hier gern.“ Wer nicht mobil ist, kann sich die Waren gerne liefern lassen, ab 25 Euro Bestellwert sowie bis zu 15 km Umkreis. „Und es tut uns auch als Klimakommune gut, die Verpackungen zu reduzieren – hier sind Sie ein gutes Vorbild für andere“, resümiert Bürgermeisterin Entwistle ihren Besuch und Regionalmanager Straßer ergänzt: „Wir fördern Direktvermarkter der Region schon seit acht Jahren durch diverse Maßnahmen, beispielsweise über die Direktvermarkterbroschüre oder Vortragsabende.“ Ein solcher wird auch in diesem Herbst wieder stattfinden, von den Machern der Regiothek als Onlineplattform, mit der auch die Walnuss sich, ihre Waren und die Lieferanten darstellt.

Warum nicht schon jetzt verzichten?Die Bundesregierung hat Ende Juni die Umsetzung des EU-Verbots für Einweg-Plastik auf den Weg gebracht. Verboten werden neben Plastiktellern oder –verpackungen für Lebensmittel auch Einweg-Plastiktüten mit einer Wandstärke von unter 50 Mikrometer. Diese seien der „Inbegriff von Ressourcenverschwendung“, so Umweltministerin Schulze. Lange hat die Bundesregierung auf die freiwillige Reduktion von Plastik gesetzt, nun wird ein Gesetz die Maßnahmen verschärfen, ab Juli 2021. Doch muss man auf ein Gesetz warten, wenn es schon jetzt sinnvoll ist, jegliche Einwegverpackung zu vermeiden? Dazu unser Klimaschutztipp: Einfach nachdenken und weglassen, wo immer es geht. 

Weitere Informationen

Regionalmanager Georg Straßer

08741 305-444, strasser@vilsbiburg.de

www.vilsbiburg.de
www.regiothek.de/walnuss-­unverpackt-einkaufen

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