Gremium für neues Konzept

Vilsbiburg hat einen Klimabeirat

Das Klimaschutzkonzept der Stadt Vilsbiburg wird derzeit neu erstellt. In einer umfangreichen Recherche holt das Fachbüro B.A.U.M. Consult alle Energiedaten ein. Zur fachlichen Begleitung des Prozesses hat im April 2024 nun erstmals ein Gremium aus unterschiedlichen Interessensgruppen getagt: der Klimabeirat.

„Am Ende des Jahres soll ein runderneuertes Klimaschutzkonzept 2.0 als Basis für die Zukunft unserer Klimakommune dienen,“ das ist die Zielvorgabe von Erster Bürgermeisterin Sibylle Entwistle und dem Stadtrat an das Fachbüro B.A.U.M. Consult im Vorfeld, „und zwar pragmatisch ausgerichtet, unter Beteiligung von örtlichen Akteuren“, so Entwistle. Erfreulicherweise waren alle Vertreter von Interessensgruppen der Einladung von Klimaschutz- und Regionalmanager Georg Straßer gefolgt, der in seiner Begrüßung dem neuen Gremium erklärte, wie es mitwirken kann: „Sie können hier Ihre Interessen vertreten, inhaltliche Anstöße geben und uns während des Prozesses für die erarbeiteten Vorschläge ein Feedback geben, für die passende Richtung,“ und betonte: „Es geht auch darum, die Ziele der Stadt nach außen zu tragen: in die politischen Gremien, die Gesellschaft und die Wirtschaft, um so eine breite Unterstützung für politische Beschlüsse und die Umsetzung von Maßnahmen zu gewährleisten.“ Dafür solle der Klimabeirat während der Projektlaufzeit zunächst drei Mal zusammenkommen, bis das neue Konzept steht, und sich nach Möglichkeit darüber hinaus zur laufenden Unterstützung verstetigen. Straßer erläuterte in der gebotenen Kürze den bisherigen Werdegang der Klimakommune Vilsbiburg, mit einem Schwerpunkt auf Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu allen Energie- und Klimaschutzfragen, mit der Begründung: „Nur wenn möglichst viele Bürger und Firmen dafür gewonnen werden, erreichen wir etwas, umfassend und nachhaltig“, erklärt Straßer die strategische Vorgehensweise und lud bei Interesse zur Nachlese der bisherigen Arbeit ein, auf der Homepage seines Fachbereichs: https://regionalmanagement.vilsbiburg.de/startseite-regionalmanagement).

 

Vorreiterkonzept wird mit Bürgerbeteiligung erstellt

Um entsprechend alle Bereiche der Gesellschaft zu integrieren und nicht schematisch oder isoliert vorzugehen, kamen in einer Vorstellungsrunde und in weiteren Workshop-Einheiten die geladenen Klimabeiräte zu Wort, ihre Interessen und Ihre Vision von einem „Vilsbiburg im Jahr 2040“ darzulegen. Die Teilnehmer aus allen Altersgruppen, mit unterschiedlichem Hintergrund, zeigten sich hoch motiviert und brachten gleich zum Start gute Ideen ein, dazu zählen: der Ausbau zentraler als auch dezentraler Stromspeicher, eine klimagerechte Mobilität mit gut ausgebautem Radwegenetz samt ÖPNV-Optimierung, ein begrünter Stadtplatz mit Bäumen sowie die Entsiegelung von Flächen samt Wiederbegrünung zur Vorbeugung von  Starkregenereignissen, die Nutzung aller Potenziale für den Ausbau von Solar- und Windanlagen, die zügige Gebäudesanierung samt Beratung bei Nutzung regionaler Ressourcen und der Ausbau des Wärmenetzes unter Verwendung von Holz und Biogas als Brennstoff dafür. Neben den klassischen Aufgaben des Klimaschutzes wurden auch allgemeine Umweltthemen genannt, wie der sparsame Umgang mit Agrarflächen, Landschafts- und Artenschutz sowie die Aufwertung der Qualitäten von Trinkwasser und Fließgewässern.

Alle Klimabeiräte teilen die Vision von einem Vilsbiburg, das resilient, an den Klimawandel angepasst bis spätestens 2040 klimaneutral sein soll und seine Energie lokal erzeugt, dabei sei eine Konzentration auf Prioritäten gefordert sowie die praktische Umsetzbarkeit in Auswahl und Definition der Ziele. Klimaschutz- und Regionalmanager Georg Straßer zeigte sich von den Inspirationen aus der Runde erfreut und sieht in dieser ein vielschichtiges und ambitioniertes Expertenteam, bestens geeignet für die Gestaltung des neuen Konzeptes, das bis zum Herbst 2024 stehen soll.

 

Der neu aufgestellte Klimabeirat der Stadt Vilsbiburg, von links: Wolfgang Schmid (Stadtwerkeleiter), Florian Anzeneder (Stadtrat...

Der neu aufgestellte Klimabeirat der Stadt Vilsbiburg, von links: Wolfgang Schmid (Stadtwerkeleiter), Florian Anzeneder (Stadtrat, CSU-Fraktionsvorsitzender), Leo Valentin (Fridays For Future), Joshua Dietz (B.A.U.M. Consult), Josepha Poschmann (Fridays For Future), Wolfgang Beck (Kreis-Geschäftsführer Bay. Bauernverband), Rosalie Straßer (Jugendgremium), Sandra Giglmaier (B.A.U.M. Consult), Georg Straßer (Klimaschutz- und Regionalmanager der Stadt), Rupert Löffl (Klimabeauftragter), Martina Strohhofer (Stadträtin, SPD), Martin Freudenreich (Geschäftsführer Maschinenring), Brigitte Englbrecht (Bund Naturschutz), Dr. Manfred von Dewitz (Stadtrat, Grüne), Johanna Eckmaier (Jugendzentrum), Karlheinz Hiller (Stadtrat, FW), Dr. Klaus Landendinger (Vorsitzender Runder Tisch Klimaschutz), André von Mensenkampff (Klimaschutzmanager Landkreis), Martin Meindl (Energieberater).