Text: Vilsbiburger Zeitung, 10.05.2022.

Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2020 - Maximilian Eller

Ein Flachländler erobert die Berge

„Zeigt enormen Sportsgeist“: Jugendsportpreis für Skirennläufer Maximilian Eller

 

Vilsbiburg. Bei einer Feierstunde in der Mittelschulaula wurde am vergangenen Donnerstag der Manfred- Paech-Jugendsportpreis 2020 an Maximilian Eller übergeben. „Jetzt samma endlich da“, sagte dieser, nachdem die Preisverleihung pandemiebedingt fast mit einem Jahr Verspätung stattfinden konnte. Bürgermeisterin Sibylle Entwistle überreichte ihm die Medaille, die Urkunde und den mit 500 Euro dotierten Geldpreis und wünschte dem talentierten Skisportler weiterhin viel Erfolg und Abfahren ohne Unfall.

 

Maxi Eller, wie der 16-jährige Wintersportler von allen genannt wird, liegt derzeit nach FIS-Punkten bei den besten deutschen Skirennläufern in seinem Geburtsjahrgang 2004 auf Rang 9. Das sei für einen Wintersportler aus dem Flachland sehr bemerkenswert, stellten die Laudatoren Dagmar Eibelsgruber und Franz Rosinger fest, und es erfülle alle im Skiclub Vilsbiburg mit Stolz, dass Eller jetzt aufgrund seiner Leistungen und Erfolge als erster Skifahrer des Vereins den Jugendsportpreis erhalte.

 

Sportliches Talent war schon früh erkennbar

 

Schon früh war sein natursportliches Talent erkennbar, mit sieben Jahren fuhr er beim Bambinicup der Landkreisvereine in Grün erstmals bei einem Skirennen mit. Doch auch hier ist es wie überall: Talent allein genügt nicht. Die beiden Laudatoren, die ihn im Skiclub von Anfang an beobachtet haben, attestierten Maximilian Eller „enormen sportlichen Geist, unglaubliche Disziplin und bemerkenswerten Ehrgeiz“. Begeistert und stets motiviert trainiere er ganze Jahr über beim Skiclub Vilsbiburg sowie wie beim EV Landshut, wo er Eishockey spielt. Ihm mache es auch nichts aus, bei minus 30 Grad Außentemperatur seine Skier und die seines jüngeren Bruders Leopold in einem Skicontainer zu präparieren, während die anderen Jugendlichen ihre Freizeit zwischen den einzelnen Trainingseinheiten genießen und chillen.

 

Neben den regulären Trainingseinheiten absolviert er zusätzliche Stunden mit Skiclub-Mitglied Josef Steckermeier, der als Trainer des Profidamenteams des Deutschen Skiverbands arbeitete, und dazu beträgt, dass Eller konditionell und koordinativ fit ist.

 

Um den Zuhörern einen Einblick in die außerordentlichen Leistungen und internationalen Erfolge des Maxi Eller zu geben, führten Eibelsgruber und Rosinger einige Ergebnisse und Rennen der Saison 2019/20 auf, welche die Jury als Grundlage für die Vergabe des Jugendsportpreises nahm. So fuhr Eller bei der bayerischen Schüler- Meisterschaft in Garmisch im Januar 2020 Platz 5 in der Gesamtwertung seines Jahrgangs ein. Sein erstes Top-Ten-Ergebnis erzielte er beim DSV Schüler Cup U16 IX in Bad Wiessee. Den dritten Rang und damit seinen ersten „Stockerlplatz“ verdiente sich „der sympathische Kerl“, wie Franz Rosinger sagte, bei einem Schüler-Punkterennen, dem BZB-Cup, im Februar 2020 im Skigau Werdenfelds. Im März 2020 belegte er schließlich unter 231 teilnehmenden Rennfahrern den 18. Platz in seinem Jahrgang 2004 männlich. „Dabei stach er als sogenannter ,Flachländler‘ deutlich aus der Konkurrenz der Skiinternatsschüler und der einheimischen ,Bergkindern‘ heraus“, erläuterte Rosinger.

 

Klar ist auch, dass der begabte Skisportler das alles nicht ohne starke Unterstützung von der ganzen Familie hinbekommen würde. Das ganze Jahr über sei die Familie mit oder auch auf den Skiern unterwegs, sagte Eibelsgruber.

 

Dank an Wegbegleiter und Trainer

 

Deshalb war es nur zu verständlich, dass der junge Mann bei seinen Dankesworten an die „vielen Leute, mit mir immer weitergeholfen haben“ vor allem den Papa nannte, der sich viel Zeit für den jungen Sportler nehme, und die Mama, die ihm in Sachen Schule nachhelfe, wenn es mal klemmt. Denn sowohl die Montessori-Schule in Geisenhausen als auch jetzt aktuell die FOS-BOS in Landshut räumen ihm viele Unterrichtsbefreiungen ein, damit er in dieser Liga seinen Skisport betreiben kann.

 

Bürgermeisterin Sibylle Entwistle hatte in ihrer Ansprache darauf hingewiesen, dass die Stadt Vilsbiburg viele sportliche Aktivitäten nach Kräften fördere. Neben dem Investitionskosten-Zuschuss an Sportvereine in Höhe von 22,5 Prozent beteilige sich die Stadt auch am Sportbetrieb der Vereine. Mit dem Bau der Ballsporthalle, der Sanierung der Mittelschulturnhalle, der anstehenden Sanierung der Vilstalhalle und den laufenden Unterhalt der anderen Sportstätten schaffe die Stadt beste Voraussetzungen für einen reibungslosen Sportbetrieb, sagte sie.

 

„Wir sehen darin auch eine Wertschätzung gegenüber den vielen ehrenamtlich engagierten Übungsleitern, Trainern und Mitgliedern in den Vereinsvorständen“, sagte Entwistle, machte aber zugleich deutlich, „dass das Engagement eines jeden Einzelnen im ehrenamtlichen Bereich nicht durch den monetären Anreiz der Stadt Vilsbiburg gegenüber den Vereinen seinen Ursprung haben darf.“ Oder anders formuliert: Die Stadt helfe gern bei den Sportanlagen, aber der Breitensport können auch in Zukunft nur mit Hilfe des ehrenamtlichen Engagements Bestand haben.

 

Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2020 - Maximilian Eller bei seiner Dankesrede

Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2020 - Maximilian Eller bei seiner Dankesrede.

Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2020 - Das Percussemble „Drumkey“ aus der städtischen Musikschule sorgte beim Festakt für coole musikalische Akzente

Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2020 - Das Percussemble „Drumkey“ aus der städtischen Musikschule sorgte beim Festakt für coole musikalische Akzente zwischen den Reden.

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